Hochrisikopatienten appellieren an Gesundheitsbehörden

Hochrisikopatienten appellieren an die Gesundheitsbehörden, ihre speziellen Bedürfnisse während der COVID-19-Pandemie ernstzunehmen 

13. Dezember 2022 — Schweizer Patientenorganisationen und Hochrisikopatienten fühlen sich in der Covid-19 Pandemie von den Behörden im Stich gelassen. In einem Statement appellieren Sie an nationale und kantonale Behörden, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf immungeschwächte Patienten anzugehen und vorbeugende Massnahmen zur Reduktion dieser Risiken zu empfehlen.

Ungefähr 2 % der Schweizer Bevölkerung gilt als immungeschwächt und hat ein höheres Risiko für eine ungenügende Antwort auf Covid-19-Impfstoffe und sind anfälliger für zahlreiche Infektionen. Das sind etwa 175’000 Menschen, die trotz Impfungen und Boostern nach wie vor ein grösseres Risiko durch Covid-19, aber auch andere Infektionen aufweisen. Dazu kommen Long-Covid Betroffene. Für alle bedeutet das: häufigere Klinikaufenthalte, höhere Sterblichkeit und langwierigere Erkrankungen.

David Haerry, Vorsitzender Positivrat Schweiz, sagt: «Wir möchten, dass sichergestellt wird, dass Strategien und Aktionen für immungeschwächte Patienten, inklusive antivirale Mittel vor und nach einer Infektion wirksam umgesetzt werden, und dass die betroffenen Patientengruppen besser über ihre Optionen informiert werden.»

Chantal Britt, Präsidentin der Patientenorganisation Long Covid Schweiz, sagt: «Die Allgemeinbevölkerung ist sich der Sorgen der Hochrisikopatienten zuwenig bewusst. Covid-19 scheint aus den Augen und aus dem Sinn. Die Sorgen der immungeschwächten Patienten gehen aber alle etwas an. Ein optimaler Impfschutz der gesunden Bevölkerung bedeutet auch einen besseren Schutz von Menschen nach einer Transplantation, hämato-onkologische Patienten oder Menschen mit multipler Sklerose.»

Nötig sind gezielte Kommunikationsmassnahmen, um die Öffentlichkeit für die speziellen Bedürfnisse zu sensibilisieren, die diese Personengruppe nach wie vor benötigt. Dazu gehören die Sicherheitsmassnahmen, die diese Gruppe und ihr Umfeld weiterhin befolgen sollte – Maskentragen in geschlossenen Räumen, Zugang zu kostenlosen COVID-19-Tests, erleichterter Zugang zu therapeutischen Optionen sowie Beratung und Unterstützung für die anhaltende Selbstisolation.

Zusätzliche Informationen finden Sie im Statement der Erstunterzeichner.

Kontakte:
Chantal Britt, e-mail chantal.britt@long-covid-info.ch, T 076 588 0824
David Haerry, e-mail David.haerry@positivrat.ch, T 079 712 5759

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